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Antworten der SPD auf die Wahlprüfsteine
der Berlinparade Unsere wichtigsten Fragen an Ihre Partei sind: 1. Halten
Sie Inline-Skates für ein alternatives und ökologisch sinnvolles
Fortbewegungsmittel, dessen Nutzung unterstützt werden sollte? Wenn ja, durch
welche Maßnahmen wollen Sie dies unterstützen? Die SPD steht den Bedürfnissen von Inline-Skaterinnen
und –Skatern offen gegenüber. Skaten ist in ganz Deutschland Faszination und
Anreiz für Alt und Jung. Die beliebte Mobilitäts- und Sportart erhält mehr und
mehr Eingang in den Alltag unserer Stadt. Diese Entwicklung wollen wir
unterstützen. Die Fortbewegung auf Inline-Skates nicht nur ökologisch sinnvoll,
sie ist auch erwiesenermaßen sehr gut für die Kondition, die Ausbildung der
Motorik und hält gesund. Die Mischung aus Spaß und sportlicher Bewegung und die
Eignung für Jedermann macht Inline-Skaten zu einem der besten Mittel, die
Menschen in Bewegung zu bringen. Deshalb unterstützt die SPD im Rahmen des
Machbaren alle Initiativen, die den Skatern mehr Möglichkeiten geben. Die SPD hat bereits in den vergangenen Jahren
Skater-Aktivitäten deutschlandweit unterstützend begleitet. In den vergangenen Jahren
haben wir konkrete schnelle Verbesserungen der Situation für Inline-Skater
gefordert, die sich nicht auf symbolische Maßnahmen wie Reservierung eines
kurzen Straßenabschnitts beschränken, sondern langfristig tragfähige Lösungen
mit stadtweiter Wirkung anstrebt. Dies wollen wir auch in Zukunft weiter
umsetzen. 2. Halten
Sie eine Änderung der Straßenverkehrsordnung für sinnvoll, um Inline-Skater als
Verkehrmittel wie z.B. Fahrräder anzuerkennen? 3. Wie
sehen Sie die Chancen einer solchen Änderung der Straßenverkehrsordnung? Wie
können Sie sich konkret dafür einsetzen? Nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) sind
Inline-Skates keine Fahrzeuge, sondern Fortbewegungsmittel, für die wie für
Roller oder Kinderwagen rechtlich die Regeln für Fußgänger gelten. Aus Sicht
der Verkehrssicherheit sollte davon abgesehen werden, Inline-Skates als
Verkehrsmittel den Fahrrädern gleichzustellen. Eine Studie der Bundesanstalt
für Straßenwesen ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Zuordnung der Inline-Skates
zum Fußgängerbereich im Interesse aller Verkehrsteilnehmer richtig sei, weil
sie die relativ geringsten Sicherheitsrisiken mit sich bringe. Wir können diese
Ansicht durchaus nachvollziehen: Während Fahrräder mit Bremsen, Klingel, Licht
und Reflektoren ausgestattet sind und damit zumindest grundlegende
Sicherheitsstandards erfüllen, kann man sich derartiges bei Inline-Skatern nach
derzeitigem Stand und Angebot der Industrie kaum vorstellen. Wir bezweifeln dennoch, ob die bisherige Rechtsnorm
den Inline-Skatern wirklich gerecht wird und ob die bloße Zuordnung zu den
Fußgängern nicht auch im Gehwegbereich für erhebliche Verkehrsunsicherheit
sorgt. Deshalb ist im Bundesverkehrsministerium (BMVBW) eine Änderung der StVO
in Bearbeitung, nach der den kommunalen Verkehrsbehörden flexible Regelungen
für Inline-Skater ermöglicht werden sollen. Wesentliches Ziel ist es, die
Benutzung von geeigneten Radwegen für Inline-Skater freizugeben. Die Novelle
der StVO wird aller Voraussicht nach in der nächsten Legislaturperiode des
Deutschen Bundestages umgesetzt werden. Insgesamt zeigt das Berliner Beispiel, dass bereits
ohne Änderung der StVO viel für Skater getan werden kann. Wenn genügend finanzielle
Mittel zu Verfügung stehen, können etliche zusätzliche Routen in Berlin und
anderswo entstehen, auf denen Skater sich möglichst getrennt vom übrigen
Verkehr bewegen können. 4. Halten
Sie es für verkehrspolitisch sinnvoll, zunächst Radwege und Tempo-30-Zonen für
Inline-Skater freizugeben? Was wird Ihre Partei nach der Wahl dafür tun? Die Freigabe von Tempo-30- Zonen ist sorgsam zu
prüfen, da die Sicherheit der Skater in diesem Punkt im Vordergrund steht. Es
muss Voraussetzung sein, dass die Skater auch bei hohen Geschwindigkeiten
sicheres Fahren und Bremsen beherrschen. Es ist daher auch ein technischer Mindeststandard
für Skates einschließlich der Frage von Beleuchtung. Bremsen und Schutzmaßnahmen
bei Integration in den Straßenverkehr festzulegen. Die Freigabe von Radwegen wird von uns unterstützt, sofern
sie ausreichend breit sind. Dabei ist uns die Position der Radfahrverbände
ebenfalls wichtig. 5. Können
Sie sich vorstellen, sich auch für die Förderung von regelmäßigen Sperrungen
attraktiver, innerstädtischer Straßen in Großstädten einzusetzen? Wir setzen uns im Rahmen der Diskussion um monatliche
autofreie Sonntage dafür ein, solche Tage mit der Nutzung der Fahrbahnbereich durch
andere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer und Straßenfeste etc.
auszufüllen. Im Rahmen dieser Konzeption wäre dann auch eine Nutzung für
Inline-Skating vorgesehen. 6. Welche
Möglichkeiten sieht Ihre Partei, auf Bundesebene die Schaffung Skate-tauglicher
Wege in öffentlichen Parks und touristisch interessanter Skater-Rundkurse, wie
z.B. der 100 km-Skater- Rundkurs im Landkreis Teltow-Fläming, zu fördern? Das bestehende Angebot von geschützten Räumen für
Skater (gesperrte Straßen, geeigneten Platze, Wege abseits des Straßenverkehrs)
insbesondere für Anfänger/in sowie Kinder und Jugendliche soll kontinuierlich
ausgebaut werden. Wir wünschen uns für alle größeren deutschen Städte regelmäßige Skate-Events. Diese stellen eine
Bereicherung der Veranstaltungslandschaft dar und tragen zu einem positiven
Image im gesamten Land - insbesondere bei Jüngeren - bei. Gleichzeitig
ermöglichen solche Veranstaltungen ein Stadterlebnis ganz eigener Art und
fördern die Identifikation mit der Stadt. Mit dem "Fläming-Skate"-Rundkurs ist die
Region Berlin-Brandenburg zu einer Hochburg der Skater geworden. Und nicht
zuletzt die Berlinparade sorgt dafür, dass man mitten in der Stadt zu
bestimmten Zeiten im Kreise Gleichgesinnter rollen kann. Darüber hinaus gibt es
in Berlin zahlreiche Standorte und Strecken, die sich für unterschiedliche
Ausübung des Inlineskate-Sports eignen 7. Was hat
Ihre Partei bisher konkret für Inline-Skater getan? Gibt es schon konkrete
Pläne für die Förderung des Inline-Skatens nach der Wahl? Wir haben unsere konkreten
Handlungen in den bisherigen Punkten dargestellt. Im Rahmen des Forums
„Nachhaltigkeit und Mobilität“ des SPD-Parteivorstandes diskutieren wir
grundlegend über Konzepte für eine zukunftsfähige Mobilität, die alle
Verkehrsmittel entsprechend ihrer Potenziale einbezieht. Dabei spielt auch die
Frage von Mobilitätserziehung eine Rolle . Denn Mobilität beginnt im Kopf. Gerne laden wir die
Initiatoren der Berlinparade und die Vertreter der Rollsportverbände ein,
gemeinsam Gespräche zu führen, um die Umsetzung der Forderungen zu erörtern. Der Sport ist bei der SPD in
guten Händen. |
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