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Die Berlinparade im Jahr 2007Aug.
2008 - Von Lutz Matscholl / Ralph Bauer / Kerstin Schmitt Im Jahr 2007 gab es nicht ganz so große Ereignisse. Das Wetter war nicht so toll. Nach einem schönen Frühling folgte ein durchwachsener Sommer. Oft haben wir uns vergeblich vorbereitet. Neben den Paraden haben wir in 2007 einen Info-Stand bei dem X-Race organisiert, dem einzigen reinen Inliner-Rennen in Berlin. Und zum Jahresende waren wir bei der Stadtentwicklungs-Senatorin Frau Junge-Reyer um an entscheidender Stelle unsere Sorgen und Nöte vorzutragen. Am 8. April 2007 fand unsere Auftakt-Demo für 2007 statt. Mehrere hundert Teilnehmer hatte ihre Skates vom Balkon geholt und sich am Ostermontag auf zum Potsdamer Platz gemacht. Um 15 Uhr ging es los. Nach einem riesigen Bogen durch die Berliner Mitte und Besuch unseres alten Startplatzes (an der "Banane"), sowie einem Zwischenstopp vor dem Brandenburger Tor, machten wir uns mit Kurs West auf zur alten Westberliner Mitte und rollten Knut zuwinkend am Berliner Zoo vorbei. Anderthalb Stunden und etwa 16 Kilometer später waren wir am Potsdamer Platz zurück - die wenigen Regentropfen auf den letzten 500 Metern störten dabei nicht. Berlinparade vom 22. April 2007: Durch Mitte, Tiergarten, Wilmersdorf, Charlottenburg, Schöneberg und Kreuzberg. Auch wenn für unsere Forderungen bisher leider nicht das geringste Licht am Morgenhimmel zu entdecken ist - unsere zweite Sonntagsnachmittags-Demo des Jahres fand bei idealen Temperaturen, blauem Himmel und Sonnenschein statt. Das lockte hunderte Skater und Skaterinnen auf die Straße, viele waren das erste Mal dabei. Und sicher nicht das letzte Mal. Nach einem großen Bogen durch die westliche Innenstadt ging es nach einer entspannten Zwischenkundgebung auf dem Winterfeldtplatz noch einmal am Potsdamer Platz vorbei und anschließend durch Mitte über den "Checkpoint Charlie" in Kreuzberg zurück zum Startpunkt. Bei einem entspannten Tempo dieser Berlinparade sahen wir ausschließlich fröhliche Frühlingsgesichter, die mehr Sonne für Skater an jedem Tag forderten! Berlinparade vom 4. Mai 2007: Von diesem Freitag an gibt es nun wieder abendliche Berlinparaden. Nach dem Start um 20 Uhr auf unserem Sammeltreff, dem Potsdamer Platz, machten sich viele Hundert Inlineskater mit Transparenten und lautstarken Forderungen durch die Blaue Stunde auf den Weg in den Sonnenuntergang - und zur Kundgebung auf dem Breitscheidplatz. Im zweiten Teil unserer Demo machen auch die mitgebrachten Reflektoren und Blinklichter der Teilnehmer auf uns aufmerksam. Berlinparade vom 10. Juni 2007: Die Berlinparade rollt nun immer am Sonntag! Sonntagabends um 20 Uhr, als krönender Abschluss der Woche sozusagen. An diesem Sonntag heißt das Motto: "Skaten in Tempo-30-Zonen". Das ist doch was ganz vernünftiges. Warum sollen in Wohngebieten die Inline-Skater auf dem Bürgersteig schleichen müssen, wenn es möglich ist, gefahrlos auch auf der Fahrbahn zu rollen? Berlinparade vom 1. Juli 2007: An diesem Sonntag heißt das Motto: "Skaten auf Radwegen". Selbst wenig geübte Inline-Skater kommen ohne große Mühe auf Geschwindigkeiten von 10 - 15 km/h. Das ist für den Bürgersteig mit Fußgängern viel zu schnell. Denn der Fußgänger rechnet nicht mit solch hohen Geschwindigkeiten und erschreckt sich, wenn ihm fixe Inlinefahrer geschickt ausweichen. Berlinparade vom 15. Juli 2007: An diesem Sonntag heißt das Motto: "Skaten in Parks und innerstädtischen Grünanlagen". Fläming Skate ist schön - aber weit weg. Auf dem einzigen (!) Skaterweg im Volkspark Friedrichhain ist es so voll (auf dem 800m Asphalt-Rundkurs), dass man deutlich sieht, das solch Angebot von der Bevölkerung angenommen wird. Am Sonntag, 19. August 2007 war Inline-Skater Tag. Der Untertitel "Rund um die Goldelse" nennt den Ort in der Mitte Berlins. Eine ganze Reihe von Wettkämpfen wurden im Rahmen des coniXRace ausgetragen. Das coni XRace ist Teil des World Inline Cup und Event der German Blade Callenge 07, also hochoffizieller Wertungswettkampf. Vom kleinen "Kids-Cup", ein Mal um den Pudding, über Halbmarathons für Damen und Herren getrennt, bis zu den spannenden Ausscheidungs-Rennen. Alles reine Inline-Skater-Rennen ohne "zu-Fuß"-Läufer, Walker und andere Sportarten.
Berlinparade vom 2. September 2007: An diesem Sonntag hieß unser Demo-Motto: "Skaten auf der Rollbahn!" Der Flugbetrieb in Berlin-Tempelhof soll im Oktober 2008 eingestellt werden, wie das riesige Gelände zukünftig genutzt wird, steht noch nicht fest. Unsere Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer hat kürzlich vorgeschlagen, dass zunächst Skater auf den Landebahnen rollen und im Winter vielleicht auch Schlittschuhläufer auf einer künstlichen Eisfläche fahren können. Wir begrüßen diesen Vorschlag natürlich und haben diesen mit unserer Demo unterstützt. Berlinparade vom 16. September 2007: An diesem Sonntag hieß unser Demo-Motto: "Skaten ist gesundheitsfördernd!". Unser aller Gesundheit liegt der Regierung doch angeblich sooo am Herzen, siehe nur das große Bimborium um das Rauchverbot. Da ist Skaten allemal besser für die Gesundheit - auch für Raucher... Es wäre Sache der Politiker, sich deshalb für mehr und bessere Möglichkeiten zur Ausübung dieses gesundheitsfördernden Sports einzusetzen. Genau das war unsere Forderung auf dieser Berlinparade, wir danken allen Teilnehmer für ihr Engagement in dieser Sache! Berlinparade vom 14. Oktober 2007: Unsere erste Sonntagsparade in diesem Jahr fand bei bestem Wetter statt, jedenfalls für diese Jahreszeit: kühl, trocken, sonnig war es, einfach ideal! Pünktlich um 15 Uhr rollte unsere gut besuchte Demo vom Potsdamer Platz Richtung Süden und durch die Bezirke Schöneberg, Steglitz, Dahlem und Wilmersdorf. Auf der halben Strecke gab es nach 12 Kilometern eine Demo-Pause mit Ansage: "Skaten in den Bezirken" hallte unsere heutige Forderung durch die Megafone. Denn für die Planung von Skaterwegen sind nicht nur der Senat von Berlin zuständig, sondern auch die einzelnen Bezirke selbst. Daher appellierten wir vor dem Rathaus Friedenau an die Bauämter und zuständigen Stadträte mehr Skaterwege zu planen. Der Kronprinzessinnen-Weg im Grunewald, der Skater-Rundkurs in Friedrichshain und die Ostkrone (Ernst-Ruska-Ufer) sind gute Beispiele dafür. Berlinparade vom 28. Oktober 2007: Skaten im Regierungsviertel! Das war die Forderung unserer Berlinparade Ende Oktober. Warum können nicht an den Wochenenden, vor allem sonntags, die sowieso kaum genutzten Straßen um Reichstag und Kanzleramt und Bundestagsbüros zum Inline-Skaten und Rollen gesperrt werden? Wir meinen: andere europäischen Hauptstädte machen es bereits vor - und Berlin sollte da nicht nachstehen und seinen Bürgern mehr Freizeitwert mitten in der Stadt anbieten. Das würde doch auch mehr Touristen anlocken und nebenbei mehr Geld in alle Kassen. Bei unserer Zwischenkundgebung vor dem Bundeskanzleramt richteten wir unsere Forderungen an die erste und höchste Adresse. Die Berlinparade bei Senatorin für Stadtentwicklung Junge-Reyer am
1. Dezember 2007: Mit dem
"Geh- und Radweg zwischen Teltowkanal und BAB A 113 vom Britzer
Zweigkanal bis zur Rudower Straße", auch Ost-Krone
genannt, ist im letzten Jahr ein zum Inlineskaten idealer Freizeitweg
entstanden. Wir möchten dieses positive Beispiel loben, uns bei
der Senatorin dafür bedanken und ihr deutlich machen, dass diese
"Baumaßnahme" von den Bürgern angenommen wird
und fleißig, ausgiebig genutzt wird.
An diesem sonnigen Nachmittag sind 10 Skater von verschiedenen
Skater-Vereinigungen gekommen, um sich an der Aktion zu beteiligen.
Dann kommt die Senatorin pünktlich um drei Uhr. Gefolgt von drei
Experten. Wir stellen uns kurz namentlich vor und erläutern Ziel
und Zweck der Berlinparade. Die Senatorin, hört konzentriert und
interessiert zu. Einige Fakten scheinen ihr neu zu sein. Unsere alljährliche, sehr beliebte Weihnachtsmann-Berlinparade, in rotem Mantel oder im Engelskostüm als Saison-Abschluß, ist in diesem Jahr das erste Mal dem Wettergott mit Schnee und Regen zum Opfer gefallen.
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